So… mein Fazit für alle unentschlossenen potentiellen Rucksackseisefans:
Asien ist ein Traum! Ich bin so froh, dass ich diese Reise erleben durfte. Kambodscha- ich erinnere mich genau an den Tag, als ich zum ersten mal drüber nachdachte dort Urlaub zu machen. Es klingt erstmal so weit weg, okay ist es natürlich auch. Aber mehr als das. Es klingt so fremd und gefährlich. Gerade wenn man noch nie Europa verlassen hat, aber wenn man dann einmal dort war, sieht man, dass es wirklich nicht so schlimm ist wie man annimmt.
Zur Unterkunft: Man findet immer ein Zimmer, jedoch kann man diese natürlich nicht mit europäischen Hotels vergleichen. In den größeren Städten gibt es zahlreiche Hostels für Backpacker, angefangen von 2 bis höchstens 15 Dollar haben wir immer in sauberen Unterkünften übernachtet.
Vietnam ist ein super Urlaubsland! Wir hatten eine tolle Zeit dort und keinerlei Probleme oder Zwischenfälle. Die Menschen sind freundlich und es gibt so viel zu entdecken. Ich kann eine mehrtägige Mekong Bootstour empfehlen, man lernt so Land und Leute besser kennen, fährt vorbei an wunderschönen Landschaften durch kleine Kanäle mit winkenden, lachenden Kindern an den grünen Ufern… In Saigon (Ho Chi Minh Stadt) ist es recht wuselig auf den Straßen, da ist es schön nach ein paar Tagen raus aus dem Lärm zu kommen und etwa die schwimmenden Märkte, Fischzuchten unter den Hausbooten, die Tunnelsysteme des Vietnamkrieges uvm. zu besichtigen.
Busse fahren meistens von zentralen Busbahnhöfen ab, die Tickets kann man auch sehr kurzfristig entweder in einer Reiseagentur oder im Hotel buchen, manchmal wird man sogar vor dem Hotel abgeholt. Selbst für lange Strecken in einem klimatisierten Überlandbus (Reisebus) haben wir nie viel bezahlt, etwa 6 Dollar. Sobald man dann in der nächsten Stadt ankommt, erwarten einen Massen von Motortaxifahrern mit Bildern ihrer Hotels, man muss sich nur noch entscheiden…
Englisch wird von fast allen Menschen dort gesprochen, selbst kleinste Kinder sprechen schon besser Englisch als viele Touristen, da es für sie unverzichtbar ist, wenn sie etwas verkaufen wollen.
Das Essen ist auch super! Vielleicht sollte man nicht in jede Küche schauen, aber gerade kleinere Restaurants, die weniger Geld für irgendwelche Dekoration haben, bieten dafür um so leckere Gerichte an.
Sehr hilfreich war zudem der Lonely-Planet-Reiseführer, der zahlreiche gute Tips zu Ausflugszielen und Unterkünften gab.
Ich wünsche allen eine gute Reise und bin jetzt schon neidisch, dass ich wieder hier sitze, während in Vietnam die Sonne scheint.
Die letzten Tage unserer Reise verbringen wir im Bangkok. Wirklich eine verrückte Stadt. Man kann überhaupt kein Zentrum erkennen! Wir wohnen nahe der berühmten Khao San Road – dem Backpackerparadies. Das Wochenende verbringen wir mit shoppen, einer traditionellen Thaimassage, bei der ich nicht wusste ob ich das gut finden oder laut schreien soll, ganz viel essen und einer kleinen Stadtrundfahrt. Wir sind zu faul in den Königspalast zu gehen, aber dafür fahren wir nach Chinatown, mit dem Boot nach Pat Pong, dem Rotlichtviertel und mit dem neuen Skytrain zu riesigen Shoppingcentern.

Rotlichtviertel Pat Pong in Bangkok


Die Zeit geht viel zu schnell rum! Aber das wird sicher nicht der letzte Urlaub in Asien gewesen sein.
Wir sitzen gerade alle in einem lahmen Internetcafe in Battambang, Kambodscha. Bald geht es zum Abendessen. Wir haben heute eine anstrengende Fahrt hinter uns: Man sagt, die Fluggesellschaft besteche die Straßenbauer, keine Straßen zu bauen um so mehr Leute fürs teurere Fliegen zu gewinnen…
Gestern waren wir in den Tempeln von Angkor. Unglaublich! Das kann man gar nicht beschreiben. Die Tempelanlagen sind riesig! Am besten haben mir der Bayontempel, (das ist der mit den vielen in Stein gehauenen Gesichtern) und der Dschungeltempel gefallen. Unbeschreiblich! Diese gigantischen Bäume, deren Wurzeln sich durch die Ruinen schlängeln! Das sieht so toll aus!

Wir haben Glück und sind den Touristengruppen stets etwas voraus, sodass wir oft fast alleine durch die Anlagen spazieren können. Leider war der Tag der Besichtigung von Angkor der heißeste der gesamten Reise und so war es trotz ständiger Erfrischung mit kaltem Wasser schwer, den ganzen Tag durchzuhalten. Nur gut, dass wir unseren netten Tuk-Tuk-Fahrer hatten, der uns den ganzen Tag von Anlage zu Anlage kutschiert hat. Ihr wisst ja nicht, wie erfrischend der Fahrtwind bei solchen Temperaturen sein kann.
Ein weiteres Highlight war mein Ritt auf einem Elefanten; gemeinsam mit Lilian sind wir durch die Ruinen geritten! Ganz schön wackelig.

Ich bin heilfroh, dass wir uns dagegen entschieden haben, den ganzen Tag mit dem Fahrrad zu fahren. Das Herumklettern langt mir völlig, vor allem weil ich zusätzlich mit meiner Schnupfennase kämpfen muss.
Als Aufmunterung klappern Lilian und ich die üblichen Verkaufsstände ab (“Same-same, but different”) und nach kurzen Verhandlungen sind wir beide stolze Besitzer von diversen Mitbringseln und billigen T-Shirts. So langsam bekommt man den Trick mit dem Handeln raus!


Elefantenritt in Angkor Wat
Schon wieder Busfahren!
Aber für Unterhaltung ist stets gesorgt. Kaum sind wir losgefahren, wird die schaurigschöne Karaoke-DVD abgespielt – zum Glück hat niemand mitgesungen! …
In Sihanoukville verbringen wir drei herrliche Tage. Wir wohnen in einem Bungalow mit eigener Hängematte auf dem Balkon und Blick auf das Meer. Am Strand lassen wir uns massieren, gehen im warmen Meer baden, chillen in superbequemen Strandkörben, futtern Bananapancakes und Obst – einfach herrlich. Abends gibt es Bier für wenige Cent und leckeres Essen direkt am Strand.

Sihanoukville
Am zweiten Tag machen wir eine Schnorcheltour. Den ganzen Tag verbringen wir auf dem Boot, ich kämpfe gegen Seekrankheit und weiß zunächst nicht, was schlimmer ist: In das dunkle Wasser hüpfen oder das Geschaukel weiter aushalten. Irgendwie hab ich mich und meine Fischphobie aber dann doch überwunden und nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten mit dem lecker angeschimmelten Schnorchel beginne ich das, was da unter mir herumschwirrt, richtig toll zu finden. Valentin taucht lieber richtig unter und frischt seinen Tauchschein auf. Wir haben sogar einen Stonefisch und einen Katzenhai gesehen. Zwischen den beiden Tauchgängen gibt es Frühstück und Mittagessen auf dem Schiff. Ich bin froh, dass ich mich trotz Fischangst überwunden habe.
Der dritte Tag am Strand ist leider komplett verregnet, aber da das Wasser warm ist, gehen wir trotzdem schwimmen. Morgen geht die Reise weiter in Richtung Siem Reap zu den berühmten Tempeln von Angkor Wat.
Wir haben eine Mekongfahrt für drei Tage gebucht. Wir fahren durch kleine Kanäle, traumhaft schön, und übernachten direkt am Ufer in Bungalows. In diesen drei Tagen haben wir so viel gesehen! Angefangen von den schwimmenden Märkten und einer Krokodilfarm besichtigen wir eine Reispapier- und eine Coconutcandyfabrik mit klebrigen, süßen Bonbons und machen Halt in einem Garten, wo wir tropische Früchte probieren, inklusive einer lustigen Gesangseinlage der Volksmusikgruppe (auf die wir auch hätten verzichten können). Wir füttern Fische, die unter den Hausbooten gezüchtet werden und legen an einem kleinen Dorf an, um eine Moschee zu besichtigen. Man merkt, dass wir der Grenze zu Kambodscha immer näher kommen. Ich habe meine Kaugummis an die vielen bettelnden Kinder verschenkt und einem kleinen Mädchen eine Waffel abgekauft, die nach Fisch geschmeckt hat.

Es ist richtig toll den ganzen Tag auf dem Boot zu verbringen und es gibt auch genügend Gelegenheiten auszusteigen und sich etwas anzuschauen. Bei der Hitze ist sowieso jeder Schritt zu viel, da langt das Erklimmen eines Bergklosters als Tagessportprogramm völlig aus.
Mit unserem nicht gerade schnellen Boot tuckern wir vorbei an grünen Ufern, Hütten aus Stroh und Bambus und es wird keine Sekunde langweilig. Wo man auch hinblickt sieht man lachende Menschen und winkende Kinder am Ufer.
Dann sind wir an der “Grenze” angekommen und gehen über einen Steg an Land, wo wir eine Passkontrolle und die üblichen Einreiseformalitäten hinter uns bringen. Nach weiteren 3 ½ Stunden auf unserem “Speedboot” steigen wir in einen Minibus um. Diese Fahrt werde ich wohl noch lange als die abenteuerlichste Ruckelfahrt in Kambodscha in Erinnerung behalten. (“We try ro build a road…”)



Floating market auf dem Mekong
Kambodscha ist insgesamt ärmer als Vietnam, aber die Preise sind viel höher. Hier kostet egal was, immer mindestens einen Dollar, da die Landeswährung Riel nicht so stark ist. In Phnom Penh bleiben wir nur eine Nacht, der Bus zur Weiterfahrt nach Sihanoukville ist bereits gebucht. Dann heißt es erst mal so richtig ausspannen, nach der Fülle von Eindrücken, Busfahrten und Erlebnissen.