Projekt goeast 2011
Deutschland - China, 15 Länder, 15.000km, zwei Fahrräder, vier Monate. Start: 03. April 2011

Heute war ein so wundervoller Tag! Um halb acht fuhren wir gemeinsam mit unserem einheimischen Guide und einem weiteren hochmotivierten Wanderer aus Island in den kleinen Ort La Conception. Zuerst ging es über einen staubigen Weg mit schwarzem Sand leicht den Hügel hinauf zum Fuß des Vulkans. Der Conception ist insgesamt 1700m hoch und unser angestrebtes Ziel war der Aussichtspunkt “El Floral”, welcher sich auf 1000m Höhe befindet. Mich verließ bereits nach 15 Minuten der Mut. Der Isländer und der zähe Fuehrer waren wohl fest entschlossen die im Reiseführer angegebene Zeit von 5 ½ Stunden fuer die Wanderung zu halbieren. Und so kam es letztendlich auch nahezu. In doppelter Mama-Marion-Walkinggeschwindigkeit (und wer sie kennt, der weiss, was das heisst!) setzten wir also unseren Marathon auf den Berg fort. Nach 45 Minuten war ich bereits am Ende, bevor es überhaupt richtig los ging. Nun setzte sich der kaum zu erkennende Trampelpfad über Wurzeln und Steine steil nach oben fort, immer tiefer in den dichten Wald hinein. Wir rannten quasi den Vulkan hoch. Der Führer bevorzugte ein Stueck hochzurennen und dann zu warten, anstatt gleichmässig und konstant zu gehen, wie ich es gewohnt bin. Und ich als einziges Mädchen – zusammen mit diesen drei übermotivierten Männern wollte mir natuerlich nichts anmerken lassen oder alle bremsen. Mich hat es so gewurmt, dass Valentin hinter mir wasserfallartig aus allen Poren schwitzte, aber angab topfit zu sein (Valentin: “topfit war!”). Habe ich eigentlich schon gesagt wie anstrengend das war? Es war ja sooooo aaaanstrengend!

Nunja, ich habe es ueberlebt und einen Tag später kann ich voller Stolz sagen, dass ich noch nicht einmal mehr mit Muskelkater zu kämpfen habe! Es hat sich wirklich gelohnt: Um viertel vor 10 waren wir oben – der Wald lichtete sich und wir erreichten eine Wiese. Dieser wunderschöne Blick auf den See und das Festland vor uns, den Vulkan über uns und um uns herum die Vogelstimmen und das Geschrei der Affen – das entschädigte natuerlich alle Strapazen.

Besonders toll war es, dass der Guide ueberall die verstecktesten Tiere erspaehte und uns ausserdem viele einheimische Pflanzen erklaeren konnte. Wir sahen tolle bunte Voegel, Schmetterlinge, Bruellaffen, Geckos, eine kleine Schlange und eine Pfanzenart mit dem Wirkstoff von Schlaftabletten sowie bewusstseinserweiterne Pilze und Mittel gegen Stechmuecken – der kannte sich wirklich aus.

Nach der verdienten Dusche (durch das Bergabsprinten, was eine einzige Rutschpartie darstellte, waren wir so dermassen staubig) gingen wir unsere verdiente Pizza essen und nahmen dann die Faehre zurueck nach Rivas. Wir wollten es noch am selben Tag bis ueber die Grenze nach Costa Rica schaffen.

Das war mal wieder ein kleines Abenteuer. An der Grenze war es ziemlich unuebersichtlich, aber nach einigem Suchen und Rumgelaufe mit dem ganzen Gepaeck (die Einreise und die Ausreisestellen liegen 1km auseinander) fanden wir alle erforderlichen Schalter, erhielten unsere Stempel und konnten noch vor Sonnenuntergang aus Nicaragua aus- und nach Costa Rica einreisen.
Die Leute, die wir bisher kennengelernt haben, sind alle super hilfsbereit und freundlich. So nahm uns der Taxifahrer, der nach Hause fahren wollte, sehr kostenguenstig mit zu unserem Zielort La Cruz, wo er uns direkt vor dem Hostel unserer Wahl absetzte.

1 Kommentar, Geschrieben am 01. März 2008, Costa Rica, Lateinamerika 2008, Nicaragua

Heute standen wir sehr (!) früh auf und wurden um kurz vor vier von einem Shuttlebus abgeholt. Nach etwa 5-6 Stunden war die Grenze zu Honduras in Sicht. In einem netten kleinen Hostel fanden wir ein Zimmer (“Kissjera uhna Abitasjon dooble por fabor”) und wurden kurz darauf von der Inhaberin zu den Ruinen von Copán gefahren, was im Übernachtungspreis enthalten war.
Insgesamt war es ein sonniger Tag und ein schöner Ausflug. Valentin scheint jedoch so langsam genug von den Mayaüberbleibseln zu haben. Außerdem kostete der Spass 15 Dollar Eintritt pro Person. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Am Sonntag, den 24.2.08 setzten wir unsere Reise durch Honduras fort. Über San Pedro fuhren wir zur Hauptstadt Tegucigalpa. Die Fahrt war absolut schrecklich. Valentin saß ganz vorne und ich ganz hinten, aber wenigstens hatten wir keinen Stehplatz zugewiesen bekommen für die lange Fahrt. Die Sitze sind trotzdem viel zu klein fur uns und so war das eine ziemliche Tortur.

Ich will hier nicht nur meckern. zu den Hauptstaedten kann man jedoch wirklich nicht viel nettes sagen: Warmes Wasser gibts nur von 6-8, mittags dann gar kein Wasser oder es kommt braune Brühe heraus. Ich habe noch nie so viele Fastfoodketten in einem Viertel gesehen. An jeder Ecke steht ein Polizist mit einer riesen Waffe, sogar vor Elektrogeschäften. Das Einheimischen-Essen ist leider höchst vegi-unfreundlich und die Lokale sehen dreckig und uneinladend aus, es gibt vorrangig frittiertes Huhn (Pollo), sodass wir (nach allen guten Vorsätzen) dann doch bei Pizza Hut landeten.

5 Minuten vor Abfahrt des Ticabusses erreichten wir die Bushaltestelle (“Please show up 45 min before your scheduled departure”) und kauften die allerletzten Tickets. Glück gehabt! Dieser Bus war ausnahmsweise mal superbequem, sodass die Fahrt sehr entspannt verlief. Wir werden in Managua (Hauptstadt von Nicaragua) von einigen nicht sehr vertrauenserweckenden Typen begrüßt, mit einem Stapel Visitenkarten aller im Umkreis liegenden Hotels in der Hand. Letztendlich haben wir uns jedoch nicht verarschen lassn und finden das richtige Hostel, welches wir uns rausgesucht hatten. Zum Glück haben wir den Lonely Planet dabei, worin genau vor solchen Leuten gewarnt wird. Dort angekommen wird uns zunächst in Zettel in die Hand gedrückt: “This is not a safe area! Walking in the streets is not safe!”.
Man fühlt sich in den Hauptstädten nicht sonderlich sicher und so vermieden wir es in der Dunkelheit draußen zu sein, zumal das Hostel uns ab 23h sowiso einschließt, gingen früh essen und nutzten das hauseigene Internet. Gleich am nächsten Morgen machten wir uns auf in sichere Gebiete: es geht nach Rivas.

Von Rivas aus fuhren wir mit einer Fähre (“Sarah du bist ja ganz blass…”) zur Isla de Ometepe. Wir hausen in einem kleinen, schlicht – mittelmäßigen Zimmer. Die Insel allerdings ist super! Hier gibt es zwei Vulkane, den Conception und den Maderas, beide umgeben von dem riesen See, der Wellengang hat wie das Meer.

Heute hatten wir besonders Glueck mit dem Wetter und fuehlen uns hier so richtig wohl.

Es ist so idyllisch hier! Wie auf einem Bauernhof unter Palmen, man sitzt am Strand und da gehen Pferde baden, Schweine, gefolgt von süßen kleinen Ferkeln beschnüffeln einen und Hühner gackern.

Wir haben uns fuer morgen einen Fuehrer organisiert, der mit uns auf den Vulkan klettert. Auf 1000 Meter zu einer Aussichtsplattform (die Ganztagstour wuerde 12 Stunden dauern und da mach ich nicht mit – da es gerade 35 Grad heiß ist!) Aber wie es uns erging erfahrt ihr dann morgen.

Hasta pronto,
Sarah y Valentin

3 Kommentare, Geschrieben am 27. Februar 2008, Honduras, Lateinamerika 2008, Nicaragua

In Guatemala und fast allen anderen zentralamerikanischen Laendern verkehren sogenannte Chicken Buses als günstige, öffentliche Verkehrsmittel. Das sind alte, ausrangierte Schulbusse von Ford aus Nordamerika.

Nicht nur, dass die Fahrgäste sich innen stapeln, Tiere darin transportiertiert werden (daher der Name), meterhoch Gepäck aufs Dach geladen wird, alle ein lautes Horn integriert haben, das dauernd hupt; nein, die Dinger sehen auch noch gut aus.

Von außen optisch aufgemöbelt in bunten Farben und mit San-Francisco-Aufklebern ist drinnen meist alles versifft und die Fahrer rühren oft erstmal ein paar Sekunden im Getriebe rum, bis dann endlich mal ein Gang reingeht.

Es hat auf jeden Fall ein interessantes Flair – im nächsten Video sieht habe ich mal kurz mitgefilmt bei der Achterbahnfahrt. Aber so gefährlich wie es war, kommt es leider nicht rüber.



3 Kommentare, Geschrieben am 27. Februar 2008, Guatemala, Lateinamerika 2008
Lago Atitlan, Chichi, Pacaya verfasst von Sarah

Hallo ihr Lieben! Jetzt sind wir schon den vierten Tag in Antigua und wollen gar nicht mehr weg (bei dem leckeren Essen!). Wir haben jeden Tag einen tollen Ausflug gemacht. So waren wir vorgestern in Panajachel am Lago de Atitlan, einem tollen Bergsee.

Gestern ging es nach Chichicastenango, ein kleiner Ort, in dem jeden Donnerstag und Sonntag ein großer Markt stattfindet. Das war der bunteste und schönste Markt auf dem ich je war. Es gibt dort viel indianisches Kunsthandwerk, Schmuck, bunte Stoffe, Masken, Obst. Leider hat der Rucksack ein begrenztes Füllvolumen.

Ein toller Zufall war es, dass wir direkt zu einem Mayaritual ankamen und so gespannt verfolgen konnten, wie ein Schamane auf den Kirchenstufen irgendein Knallpulver zündete und tanzte.

Da wir uns gegen eine organisierte Tour entschieden, war die Fahrt dorthin allerdings etwas abenteuerlich. Aber wir haben viel Geld gespart (das wir dann abends in einen riesen Nachoteller investiert haben). Heute ist Freitag und wir kommen gerade zurück von einer weiteren Tour. Um sechs Uhr ging es los zum Vulkan Pacaya. Nach einem eher leichteren Aufstieg mit vielen Pausen (organisierte Tour mit Guide und teilweise sehr unsportlichen Frauen) erreichten wir die Lavagesteinlandschaft. Das war wirklich unglaublich. Schlagartig wurde es um einige Grad wärmer und wir kletterten ueber erkaltete Lavasteine bis hin zu einer Stelle, wo GANZ ECHTE LAVA aus dem Vulkan floss.

Ein ganz unheimliches Gefühl direkt davor zu stehen.



Morgen geht es dann um vier Uhr in der Frühe auf nach Copán, Honduras zu den dortigen Mayaruinen. Wir freuen uns schon darauf euch von dort zu berichten.

Hasta luego,
Sarah und Valentin

5 Kommentare, Geschrieben am 22. Februar 2008, Guatemala, Lateinamerika 2008
Semuc Champey, Antigua verfasst von Sarah

Nach dem schönen Tag in Tikal stand uns mal wieder ein Tag im Shuttlebus bevor. Es war wirklich eine sehr lange und anstrengende Fahrt. Los ging es um halb 9, bis alle jedoch eingesammelt waren, war es bereits halb 10, sodass sich die Ankunftszeit in Cobán auf 14 Uhr verschob. Glücklicherweise konnten wir direkt umsteigen und fuhren für weitere 3 Stunden über die schlechtesten Schotterpisten nach Lanquín.

Die Straße schlängelte sich durch eine wunderschöne grüne Berglandschaft und immer mehr Einheimische stiegen unterwegs zu und fanden irgendwo noch einen Platz, sodass in jeder Kurve das Rad am Radkasten schliff. Zudem konnte ich allmählich in keiner Position mehr sitzen und war heilfroh, als wir endlich in dem kleinen Ort, unweit von Semuc Champey ankamen. Dieses Dorf liegt direkt in den Bergen und wir mussten den Kilometer, den wir zum Hostel unserer Wahl, direkt am Fluss gelegen, hinunter gelaufen waren, mühevoll wieder hochklettern. Mit einem 10-Kilo-Rucksack. Leider hatten sie nichts mehr frei und ich war ganz schön enttäuscht und geschafft. Dann fanden wir aber zum Glück ein anderes schönes Hotel mit einem super Ausblick in die Berge und Hängematten auf dem Balkon.

Leider ist das Wasser sehr knapp, aber wir waren ja schwimmen. Und zwar bei unserem wunderbartollen Tagesauflug nach Semuc Champey. Hier gibt es tolle Wanderwege, es sieht aus wie im Palmengarten. Nur alles echt. Und dazu einen Fluss mit dem klarsten Wasser, welches sich nach einem kleinen Wasserfall in Kalksteinbecken sammelt und in Stufen weiter nach unten fließt. Schwer zu beschreiben, aber wir haben schoene Bilder gemacht.

Leider ist unser Versuch in einem ganz typischen Einheimischenlokal zu essen fehlgeschlagen. Es gab keine Speisekarte und so warteten wir eine Ewigkeit auf unsere Bestellung. Irgendwann gingen wir dann hungrig wieder heim, da uns keiner Bescheid sagte, dass unsere Gemüsetortillas wohl doch nicht möglich sind. Das war wohl nix. Abgesehen davon kommen wir jedoch mit unseren wenigen Spanischkentnissen (aber es wird langsam immer besser) ganz gut zurecht. Jedenfalls sind wir noch nicht ganz verhungert und mussten noch nie auf der Strasse schlafen.

Nach einer langen aber entspannten Fahrt nach Antigua via Guatemala City sind wir nun in diesem wunderschönen Ort angelangt, von dem die liebe Meli ja schon so viel schwärmte. Diesmal war der Shuttlebus nur mit sechs anderen Reisenden gefüllt und so konnten wir die ganze Fahrt ausgestreckt über zwei Sitze hinweg rumliegen und lesen. Wir wohnen hier im Casa Santa Lucia No1. Der Weg dorthin war mal wieder mit leichten Hinternissen verbunden, da wir zunächst in einem anderen gleichnamigen Gebäude nach einem Doppelbett fragten, bis wir verstanden, dass uns die nette Dame von der Rezeption versuche zu erklären, dass wir uns hier in einer Krankenstation befinden. Nun sind wir aber gut im richtigen Hostel angelangt und werden uns gleich auf den Weg machen die Stadt genauer zu erkunden und mal was gescheites zu essen.

Alles Liebe,
Sarah und Valentin

4 Kommentare, Geschrieben am 20. Februar 2008, Guatemala, Lateinamerika 2008

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