Projekt goeast 2011
Deutschland - China, 15 Länder, 15.000km, zwei Fahrräder, vier Monate. Start: 03. April 2011

Im Folgenden gibt es noch ein paar ausgewählte Analogkamera-Bilder aus Norwegen zu sehen. Vielen Dank an Lars.

3 Kommentare, Geschrieben am 14. September 2009, Norwegen, Norwegen 2009

Nächster Stopp ist der Hardangervidda-Nationalpark, die größte Hochebene Europas in 1200m Höhe. Auf die Temperaturen, die dort herrschen, sind wir nicht wirklich vorbereitet: 0-5°C und eisiger Wind. So nächtigen wir nur einmal und lassen die Tageswanderung im Park ausfallen.

Der Hardangervidda-Nationalpark ist sehr groß und größtenteils unangetastet von Menschen. Hier kann man hervorragend mehrere Tage wandern, angeln und die Natur genießen. Vielleicht beim nächsten Besuch mit einer dickeren Jacke.

Danach geht es weiter nach Oslo. Mit zwei kulturell angehauchten Tagen inklusive zahlreicher Museumsbesuche lassen wir den Urlaub ausklingen. Zusätzlich findet zu dieser Zeit ein sechstägiges Jazzfestival in Oslo statt und wir genießen die Livemusik im “Herr Nilsen“.

Oper in Oslo

Norwegen gefällt mir sehr gut. Die relativ unberührte Natur, vollkommene Stille und die Möglichkeit überall sein Nachtlager aufschlagen zu können, sind ein Traum für jeden Naturliebhaber. Ganz anders als in Mitteleuropa, wo jedes Stück Land irgendwem gehört.
Die Norweger sind ein freundliches Volk und setzen in zahlreichen Bereichen neue Standards: Familienfreundlichkeit, soziale Unterstützung, Schuldenfreiheit des Staates, Umweltbewusstsein und so weiter.
Nicht so schön sind dagegen die norwegischen Preise. Kosten für Lebensmittel sind im Einkaufsladen deutsches Niveau mal drei. Aber wer ohnehin eine relative autarke Tour plant, kann sich auch Verpflegung von zuhause mitbringen.

Ein Trip, der ziemlich Geilo war

Abschließen möchte ich diese Reise mit folgendem Bild aus einem Einkaufszentrum in Oslo:

Ein Faustschlag als Feedback. Nein, so schlimm war Oslo nun auch nicht.

Cheers,
Valentin

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 16. August 2009, Norwegen, Norwegen 2009

Zur nächsten Etappe gibt es nicht viel zu sagen. Dank Allemannsretten (Jedermannsrecht) haben wir einen wunderschönen Lagerplatz am Suldalsvatnet gefunden. Die Bilder sprechen für sich.

Zelt am See, inmitten der Natur und völlig ungestört

Kochen auf dem Feuer, immer sehr schön, aber auch anstrengend mit halbnassem Holz ausreichende Hitze zu schaffen

Gemütlich am Lagerfeuer sitzen

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 16. August 2009, Norwegen, Norwegen 2009

Fähre Luvvik - Oanes

Der Preikestolen (Predigtstuhl) in Westnorwegen in der Nähe von Starvanger ist eine Felsplattform, die 604m senkrecht in den Lysefjord abfällt. Dorthin gelangt man über einen zweistündigen Wanderweg und 350 hm. Klingt ja ganz gut und anspruchsvoll. Dachten wir uns.

Am Start des Wanderweges angekommen, werden die Besucher, die en masse angefahren kommen, erstmal auf einen riesigen Parkplatz geschleust und dort abkassiert (> 10 Euro Parkgebühr). Parkverbot 1km drumherum gibt es auch, damit man sich ja nicht woanders hinstellt.
Auf dem Wanderweg selbst kann man keine zwei normalen Schritte machen ohne inmitten der pilgernden Masse den Berg hochgeschoben zu werden. Okay, etwas übertrieben ist das zwar, aber allemal komisch über nasse Felsbrocken balancierende Frauen in weißen Ballerinas zu sehen. Dass der Preikestolen eine so immense Touristenattraktion ist, war uns nicht bewusst. Trotz alledem ist der Wanderweg hinauf sehr spannend.

Die Attraktion selber hat leider auch nicht ihre gewünschte Wirkung entfaltet – es war zu nebelig und regnerisch.

So sah es aus

Urheber: Ritchyblack, Lizenz: GFDL

So hätte es aussehen können

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 15. August 2009, Norwegen, Norwegen 2009

Der See Vegår, der mir als Geheimtipp zugetragen wurde, hat uns sehr gut gefallen. Ich werde einige detaillierte Infos auflisten, um anderen Reisenden einen Besuch zu vereinfachen.

Der Vegår ist knapp 18 km² groß, hat seichtes Wasser, eignet sich zum Angeln und ist mit sehr vielen Inseln unterschiedlichster Größe bestückt.
Kanadier (3er, 100 NOK pro Tag) und Kajaks kann man in Kilsloftet mieten (N 58°45’16.8″ E 8°40’53.9). Die Boote liegen direkt am See in einem Schuppen (N 58°45’11.0 E 8°41’07.4). Zusätzlich kann man eine Angellizenz erwerben (eine Woche 100 NOK pro Person).

Beladen der Boote

Bootshaus

Einsam gestrandet

Wasser filtern in der Mittagspause

Macht man eine mehrtägige Tour, ist ein Wasserfilter zu empfehlen, da man so nicht die kompletten Vorräte mitschleppen muss. Die Wasserqualität ist zwar gut, dennoch schadet es nicht das Wasser vorzufiltern. Bei uns kam ein MSR Mini Works EX zum Einsatz, der sich gut bewährt hat. Für fünf Personen Wasser zu filtern/pumpen ist allerdings schon etwas Arbeit.

Erstes Nachtlager auf einer Erhöhung an der Küste; blick- und windgeschützt

Nachtisch aus frischen Heidelbeeren, kurz erhitzt über dem Feuer. Sehr lecker!

Idylle am Abend

Am zweiten Tag schlug das Wetter von sommerlichen 25°C zu einem nasskalten Regenwetter um. Daher suchten wir uns so schnell wie möglich eine Lagerstelle. Ein schönes Plätzchen, der Bauer etwas entfernt ist sehr nett und spricht gut Deutsch.

N 58°48'51.2 E 8°52'21.7

Diese Insel (N 58°47'08.1 E 8°42'49.3) hat uns besonders gefallen: Schön geschnitten mit einer kleinen Hafeneinfahrt und sogar eine angelegte Feuerstelle haben wir vorgefunden.

Auf dem Vegår kann man problemlos einige Tage herumpaddeln. Die zahlreichen Inseln laden zu Zwischenstopps ein und bei gutem Wetter sind wir auch mal in das kühle Nass gesprungen.
Offiziell ist im Sommer offenes Feuer in Norwegen verboten, aber selbst die Anwohner meinen: “inoffiziell erlaubt”. Mit gesundem Menschenverstand und nicht übergroßen Lagerfeuern sollte es keine Probleme geben. Es darf nur totes Holz als Brennholz verwendet werden, also nur das, was auf dem Boden liegt. Dass man auch seinen verursachten Müll wieder mit nach Hause nehmen sollte, versteht sich von selbst.

Wir hatten einige schöne Tage an und auf dem See, der ansich recht ruhig ist, aber bei Wind und breiteren Passagen doch mal mit kleineren Wellen gesegnet ist.
Proviant hatten wir für die Tage dabei, Trinkwasser kam wie bereits erwähnt gefiltert aus dem See und, wenn das Angelglück da war, haben wir auch leckere Forellen als zusätzliche Leckerbissen verspeist.

Bemerkenswert ist die Stille, die man auf dem See erlebt. Wenn man ruhig ist, kann man Menschen am 1km entfernten Ufer sprechen hören. Ein unglaubliches Naturerlebnis.
Trotz einiger Ferienhäuser, die die Norweger am Ufer haben, gibt es relativ wenig Verkehr auf dem See. Wir haben im Schnitt 1-2 Boote am Tag getroffen. Erholsame Stille.

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 15. August 2009, Norwegen, Norwegen 2009

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