Projekt goeast 2011
Deutschland - China, 15 Länder, 15.000km, zwei Fahrräder, vier Monate. Start: 03. April 2011

Der Weg, den wir gehen müssen, um ein Ticket für den Zug nach Agra zu erhalten, ist examplarisch für die generelle Auskunftsfreudigkeit der Inder, die uns bisher entgegen gebracht wurde.
Das Hauptverkehrsmittel für uns ist die Motor-Rikkscha, die bis zu vier Europäer oder gefühlte 150 Inder auf einmal transportieren kann. Die Fahrer der selbigen versuchen bei jeder Gelegenheit den europäischen Fahrgast von ihrem eigenen, besseren Ziel zu überzeugen. Nicht dass das in Reiseländern dieser Art ungewöhnlich wäre, aber die Dreistigkeit der Inder ist doch außergewöhnlich penetrant. Schön ist auch, wenn der Fahrer bei einer Fahrt zum Hostel einfach eine andere Unterkunft ansteuert, für deren Vermittlung er später eine Provision bekommt.

Jedenfalls schaffen wir es nach längerem Herumirren und gutem Zureden noch Plätze im relativ ausgebuchten Zug nach Agra zu erhalten.

Nach der Ankunft in Agra finden wir ein schönes Hostel mit zwei Zimmern auf dem Dach. Alle Häuser sind hier sehr hoch gebaut, sodass man immer einen Blick auf das Taj Mahal hat. Und alle haben natürlich gleichsam den “nicest view to Taj” und sind “highest rooftop restaurant”.
Den Rest des Tages verbringen wir mit Stadtspaziergang, Essen und einem abendlichen Bier.
Am nächsten Morgen brechen wir um 6h auf, um den Massen an Taj-Mahal-Besuchern aus dem Wege zu gehen. Das klappt leider nicht ganz, denn scheinbar sind noch andere durch die penetrant lauten, morgendlichen (5:30!) Lautsprechergesänge für die muslimischen Mitbürger in Agra geweckt worden.

Nach diesem ereignisreichen Tag in Agra geht es abends mit einem Bummelzug in der niedrigsten Klasse nach Jaipur, etwa 250 km und 6h Zugfahrt entfernt. Ein hoher Lautstärkepegel, drängelnde, sich quetschende und teilweise übel riechende Inder machen die Fahrt auf harten “Sitzen” nicht ganz so angenehm.
Gegen Mitternacht kommen wir in Jaipur an und müssen sehr viele Hostels abklappern, bis wir etwas finden. Die Abzockstrategie aller Rikkschafahrer tut ihr uebriges…

Am nächsten Tag soll nun also Holi sein, ein Farbspektakel, das seinesgleichen sucht. Und scheinbar wird keiner davon verschont.

3 Kommentare, Geschrieben am 02. März 2010, Indien, Indien 2010

Nach einem langen Flug begrüßt uns Delhi, der im Reiseführer als dreckig, laut und stinkend beschriebene Startpunkt unserer dreiwöchigen Exkursion, mit einem brennenden Bus auf einem Minenfeld an Schlaglöchern.

Im weiteren Verlauf des Tages entdecken wir die zahlreichen Märkte Delhis, lassen uns von köstlichen Speisen am Straßenrand begeistern und sehen die Armut auf den Straßen. Stinkende Rikkschas, Mofas und Autos auf überfüllten Wegen, herumwuselnde Inder, wo auch immer man hinsieht, als auch Elefanten, Kamele, Ziegen, Schweine und Schafe auf der Straße, machen unsere Ankunft neben akutem Schlafmangel zu einem sehr aufreibendem Ereignis. Wohl auch aufgrund der wenigen Touristen, die wir heute außer uns entdecken, sind wir die Attraktion für alle Einheimischen und müssen uns massiv gegen Abwerbe- und Abzockangebote wehren. Alleine die Buchung eines Zugtickets wird dadurch zur Tortur.
Das Essen allerdings mundet wunderbar. Bei einer Portion gut geschärftem Gemüsecurry mit Nanbrot in einer Blätterschale statt Plastikbecher für 5 Rupien (unter 10ct) macht das Essen gleich doppelt soviel Spaß.

Namasté,
Valentin

6 Kommentare, Geschrieben am 27. Februar 2010, Indien, Indien 2010

Around the world is proudly powered by WordPress and the Theme Adventure by Eric Schwarz
Entries (RSS) and Comments (RSS).