Projekt goeast 2011
Deutschland - China, 15 Länder, 15.000km, zwei Fahrräder, vier Monate. Start: 03. April 2011
Tortuguero Nationalpark verfasst von Sarah

Der Anreisetag in den Nationalpark an der Karibikküste war nicht ganz einfach: Von Cariari aus fuhren wir in einem Bus, in dem unter unseren Füßen tropfende Schweineköpfe in Plastiksäcken transportiert wurden, durch Bananenplantagen, bis wir mitten in der Pampa aussteigen mussten, um unsere Schuhe zu desinfizieren, warum auch immer. Schließlich gelangten wir an eine Bootsanlegestelle, wo wir in ein kleines Tuckerboot umstiegen. Nach drei Stunden legten wir im Nirgendwo an, warteten etwa eine Stunde erneut ohne zu wissen warum. Die Wartezeit wurde uns von vier lustigen Mädels aus Mainz verkürzt. Als dann ein anderes Motorboot mit einem Benzinkanister kam, wussten wir auch warum wir so lange warten mussten. Der Nationalpark ist sehr abgelegen und kann nur mit Booten und Flugzeugen erreicht werden.

In einem schönen Hostel wohnen wir nun zusammen mit Lilith und Sarah aus Bremen, mit denen wir uns in der ersten Nacht in Cancun ein Zimmer geteilt hatten, den Mädels aus Mainz und einem Pärchen aus Wien. So viele Deutsche haben wir auf der gesamten Reise nicht getroffen und jetzt sammeln wir uns hier alle auf dieser kleinen Halbinsel. Es ist lustig mal wieder zu verstehen, was um einen herum gesprochen wird und wir haben viel Spass zusammen.
Für den nächsten Morgen buchen wir gleich eine Kanutour durch den Nationalpark mit Führer. Die Nacht ist viel zu kurz! Um halb 6 sind wir schon am paddeln, aber das tolle Licht des Sonnenaufgangs ist unbeschreiblich. Ausserdem wollen wir ja viele Tiere sehen und die sind so früh am Morgen eben aktiver. Wir sehen Affen, viele Vogelarten, deren Namen ich mich leider überhaupt nicht behalten kann, ein kleines und ein großes Krokodil und tolle Pflanzen. Durch enge Kanäle fahren wir langsam durch den dichten Regenwald und sind total beeindruckt von diesem schönen Stückchen Erde.

Nachmittags machen wir zu viert noch eine kleine Wanderung durch einen Dschungelpfad und sehen Riesenspinnen und Unmengen von Blattschneideameisen. Der Nationalpark ist der Haupt-Eiablegeplatz für die grossen Meeresschildkröten. Von den acht Arten nisten sechs in Costa Rica und davon vier in Tortuguero! Leider sind wir etwas zu früh und bekommen keine zu Gesicht.

Im strömenden Regen packen wir am naechsten Morgen unsere sieben Sachen und laufen durch Matschpfützen zum Fluss. Wir haben uns gegen den Touritransfer (30 Dollar!) und für die aufwändigere Einheimischenvariante entschieden. Das heisst also das Boot um 6h und nicht das um 10h nehmen und länger unterwegs sein. Nach etwa zwei Stunden war der Spaß zuende. Alle mussten aufgrund des zu niedrigen Wasserspiegels aussteigen und zur Busstation laufen. Mit dem Rucksack bepackt wateten wir also durch das Wasser an Land und stapften über eine Kuhherde mit frischen warmen Kackhaufen voran. Nach 10 Metern blieb mein Flip-Flop im Schlaps stecken, sodass mir nichts anderes übrig blieb als barfuss weiter zu marschieren. Es war wirklich relativ eklig, aber wir wollten ja Geld sparen. Irgendwann hörte der Weg einfach auf und wir mussten Gräben und Flüsse auf Baumstämmen ueberqueren. Nach etwa 2km kamen wir zu dem Bus, der uns aus der Pampa raus und in den nahegelegenen Ort Cariari bringen sollte.

Doch dort ging unser Glückstag weiter, als wir Busfahrkarten nach Puerto Viejo kauften, nach 2 Stunden dort ankamen und feststellten, dass es wohl zwei verschiedene Puerto Viejos gibt und wir in die ganz falsche Richtung gefahren waren. Also erst mal warten und dann alles wieder zurück fahren. Irgendwann kamen wir doch noch im richtigen Übernachtungsort an und es war mir ausnahmsweise mal fast egal, dass wir mal wieder so nett von einer grossen Schabe begrüßt wurden, die dann auf nimmer Wiedersehen unter dem Bett verschwand.

Ich hoffe auf eine Entschädigung auf der Karibikinsel in Panama und freue mich auf ein paar letzte Tage Sonne, bis es wieder zurück nach Deutschland geht, wo dicke Socken und Fleecepullis auf mich warten.

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 06. März 2008, Costa Rica, Lateinamerika 2008

Nachdem wir in Costa Rica angekommen sind, entschieden wir uns mal ein paar Strandtage einzulegen. In dem Urlaub waren wir bisher nur selten am Meer und noch gar nicht an der Pazifikküste.

Trotz zwei Mal umsteigen in andere Busse kamen wir sehr günstig und verhältnismäßig schnell an unseren Zielort: Samara – ein kleiner Ort ohne viele Touristen und in Insiderkreisen als der Surfspot Costa Ricas bekannt.

Viel spannendes zu erzaehlen gibt es da nicht, aber wir hatten zwei schoene Tage mit Sonne, Meer, Melonen, Mangos, Seafood und leckeren Cocktails.

Strand von Samara

Momentan sind wir in San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas. Wir waren heute ein wenig bummeln & shoppen und werden uns morgen früh auf den Weg an die Karibikküste zum Tortugero-Nationalpark machen.

4 Kommentare, Geschrieben am 02. März 2008, Costa Rica, Lateinamerika 2008

Heute war ein so wundervoller Tag! Um halb acht fuhren wir gemeinsam mit unserem einheimischen Guide und einem weiteren hochmotivierten Wanderer aus Island in den kleinen Ort La Conception. Zuerst ging es über einen staubigen Weg mit schwarzem Sand leicht den Hügel hinauf zum Fuß des Vulkans. Der Conception ist insgesamt 1700m hoch und unser angestrebtes Ziel war der Aussichtspunkt “El Floral”, welcher sich auf 1000m Höhe befindet. Mich verließ bereits nach 15 Minuten der Mut. Der Isländer und der zähe Fuehrer waren wohl fest entschlossen die im Reiseführer angegebene Zeit von 5 ½ Stunden fuer die Wanderung zu halbieren. Und so kam es letztendlich auch nahezu. In doppelter Mama-Marion-Walkinggeschwindigkeit (und wer sie kennt, der weiss, was das heisst!) setzten wir also unseren Marathon auf den Berg fort. Nach 45 Minuten war ich bereits am Ende, bevor es überhaupt richtig los ging. Nun setzte sich der kaum zu erkennende Trampelpfad über Wurzeln und Steine steil nach oben fort, immer tiefer in den dichten Wald hinein. Wir rannten quasi den Vulkan hoch. Der Führer bevorzugte ein Stueck hochzurennen und dann zu warten, anstatt gleichmässig und konstant zu gehen, wie ich es gewohnt bin. Und ich als einziges Mädchen – zusammen mit diesen drei übermotivierten Männern wollte mir natuerlich nichts anmerken lassen oder alle bremsen. Mich hat es so gewurmt, dass Valentin hinter mir wasserfallartig aus allen Poren schwitzte, aber angab topfit zu sein (Valentin: “topfit war!”). Habe ich eigentlich schon gesagt wie anstrengend das war? Es war ja sooooo aaaanstrengend!

Nunja, ich habe es ueberlebt und einen Tag später kann ich voller Stolz sagen, dass ich noch nicht einmal mehr mit Muskelkater zu kämpfen habe! Es hat sich wirklich gelohnt: Um viertel vor 10 waren wir oben – der Wald lichtete sich und wir erreichten eine Wiese. Dieser wunderschöne Blick auf den See und das Festland vor uns, den Vulkan über uns und um uns herum die Vogelstimmen und das Geschrei der Affen – das entschädigte natuerlich alle Strapazen.

Besonders toll war es, dass der Guide ueberall die verstecktesten Tiere erspaehte und uns ausserdem viele einheimische Pflanzen erklaeren konnte. Wir sahen tolle bunte Voegel, Schmetterlinge, Bruellaffen, Geckos, eine kleine Schlange und eine Pfanzenart mit dem Wirkstoff von Schlaftabletten sowie bewusstseinserweiterne Pilze und Mittel gegen Stechmuecken – der kannte sich wirklich aus.

Nach der verdienten Dusche (durch das Bergabsprinten, was eine einzige Rutschpartie darstellte, waren wir so dermassen staubig) gingen wir unsere verdiente Pizza essen und nahmen dann die Faehre zurueck nach Rivas. Wir wollten es noch am selben Tag bis ueber die Grenze nach Costa Rica schaffen.

Valentins Füße nach dem Ausziehen der Wanderschuhe. Man sieht: Es war sehr staubig!

Das war mal wieder ein kleines Abenteuer. An der Grenze war es ziemlich unuebersichtlich, aber nach einigem Suchen und Rumgelaufe mit dem ganzen Gepaeck (die Einreise und die Ausreisestellen liegen 1km auseinander) fanden wir alle erforderlichen Schalter, erhielten unsere Stempel und konnten noch vor Sonnenuntergang aus Nicaragua aus- und nach Costa Rica einreisen.
Die Leute, die wir bisher kennengelernt haben, sind alle super hilfsbereit und freundlich. So nahm uns der Taxifahrer, der nach Hause fahren wollte, sehr kostenguenstig mit zu unserem Zielort La Cruz, wo er uns direkt vor dem Hostel unserer Wahl absetzte.

1 Kommentar, Geschrieben am 01. März 2008, Costa Rica, Lateinamerika 2008, Nicaragua

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