Projekt goeast 2011
Deutschland - China, 15 Länder, 15.000km, zwei Fahrräder, vier Monate. Start: 03. April 2011

Wir haben eine Mekongfahrt für drei Tage gebucht. Wir fahren durch kleine Kanäle, traumhaft schön, und übernachten direkt am Ufer in Bungalows. In diesen drei Tagen haben wir so viel gesehen! Angefangen von den schwimmenden Märkten und einer Krokodilfarm besichtigen wir eine Reispapier- und eine Coconutcandyfabrik mit klebrigen, süßen Bonbons und machen Halt in einem Garten, wo wir tropische Früchte probieren, inklusive einer lustigen Gesangseinlage der Volksmusikgruppe (auf die wir auch hätten verzichten können). Wir füttern Fische, die unter den Hausbooten gezüchtet werden und legen an einem kleinen Dorf an, um eine Moschee zu besichtigen. Man merkt, dass wir der Grenze zu Kambodscha immer näher kommen. Ich habe meine Kaugummis an die vielen bettelnden Kinder verschenkt und einem kleinen Mädchen eine Waffel abgekauft, die nach Fisch geschmeckt hat.

Es ist richtig toll den ganzen Tag auf dem Boot zu verbringen und es gibt auch genügend Gelegenheiten auszusteigen und sich etwas anzuschauen. Bei der Hitze ist sowieso jeder Schritt zu viel, da langt das Erklimmen eines Bergklosters als Tagessportprogramm völlig aus.
Mit unserem nicht gerade schnellen Boot tuckern wir vorbei an grünen Ufern, Hütten aus Stroh und Bambus und es wird keine Sekunde langweilig. Wo man auch hinblickt sieht man lachende Menschen und winkende Kinder am Ufer.
Dann sind wir an der “Grenze” angekommen und gehen über einen Steg an Land, wo wir eine Passkontrolle und die üblichen Einreiseformalitäten hinter uns bringen. Nach weiteren 3 ½ Stunden auf unserem “Speedboot” steigen wir in einen Minibus um. Diese Fahrt werde ich wohl noch lange als die abenteuerlichste Ruckelfahrt in Kambodscha in Erinnerung behalten. (“We try ro build a road…”)

Floating market auf dem Mekong

Kambodscha ist insgesamt ärmer als Vietnam, aber die Preise sind viel höher. Hier kostet egal was, immer mindestens einen Dollar, da die Landeswährung Riel nicht so stark ist. In Phnom Penh bleiben wir nur eine Nacht, der Bus zur Weiterfahrt nach Sihanoukville ist bereits gebucht. Dann heißt es erst mal so richtig ausspannen, nach der Fülle von Eindrücken, Busfahrten und Erlebnissen.

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 31. August 2007, Kambodscha, Süd-Ost-Asien 2007

Vietnam, Kambodscha und Thailand: Wir begleiten Lilian und Ingo ein Stück durch Süd-Ost-Asien auf ihrer Weltreise.

Es geht los!

Ich bin so aufgeregt und gespannt, was uns die kommenden Tage erwarten wird. Mein erster Urlaub außerhalb von Europa! Das erste mal mit so wenig Gepäck unterwegs.

Nach der Landung geht alles ganz schnell, eine Menschenmasse schiebt uns aus dem Flughafengebäude, wo ich zwischen den ganzen asiatischen Gesichtern Lilian und Ingo entdecke, die ein Schild mit unseren Namen hochhalten! Das ist ja ein netter Empfang!
Zum Glück sind wir jetzt nicht auf uns alleine gestellt, sondern steigen in das bereits wartende Taxi ein. Um den anlaufenden Scheiben entgegenzuwirken, schaltet der nette Mann die Heizung auf gefühlte 50 Grad. Mit hochrotem Kopf sitze ich nun also auf der Rückbank und schaue wie betäubt aus dem Fenster. Es ist schwülwarm, es regnet und überall wuseln Menschen und Mofas um uns herum. In einer Seitenstraße hält der kleine Taxifahrer mit dem gewöhnungsbedürftigen Fahrstil an. Hier werden wir die nächsten Tage also wohnen. Nachdem wir ein freies Zimmer gefunden haben (das funktioniert hier nämlich so: Einfach die Tür öffnen und gucken ob da schon jemand schläft) und einer erfrischenden Dusche sind Valentin und ich wieder topfit und gemeinsam gehen wir vier um die Ecke in eines der zahlreichen Restaurants zum Abendessen. Durch die vielen Internetcafés mit günstigen Tarifen fühlt man sich auch nach so vielen Flugstunden gar nicht mehr so weit weg von zuhause.
Hier spielt sich alles auf den Straßen ab, was ein Betrieb! Und die zu überqueren ist jedes mal wieder ein Erlebnis. Das ununterbrochene Hupen sämtlicher Verkehrsteilnehmer, überbeladene Mopeds, Cyclos und Taxen, die die Bedeutung von Zebrastreifen völlig ausblenden können, muss man ignorieren und einfach darauf los laufen. Das hab ich immerhin schon gelernt an meinem ersten Abend in Ho Chi Minh Stadt.

Verkehr in Saigon

Den ersten Tag in Saigon beginnen wir mit einem leckeren Backpackerfrühstück, bestehend aus Banana-Schoko-Pancake, zahlreichen Shakes, frisch gepressten Säften und exotischem Obst! Genau so habe ich mir das vorgestellt. Gestärkt beginnen wir also unseren ersten Urlaubstag. Wir besichtigen den Präsidentenpalast und das Kriegsmuseum. Ganz schön schreckliche Bilder von Verbrennungen, Verstümmelungen, Kriegsopfern und Folterinstrumenten. Eine Schulklasse schart sich um Einmachgläser mit mehrköpfigen Föten, missgebildet durch “Agent Orange”.
Auch wenn sowas nicht gerade hungrig macht, kehren wir mal wieder ein, um auf andere Gedanken zu kommen. Die Männer haben ohnehin dauernd Hunger und so essen wir die Speisekarten in Saigon rauf und runter – kostet ja nichts.

Am Montag haben wir einen Ausflug zu den unterirdischen Tunnelsystemen gemacht, in denen sich die Vietnamesen während des Krieges versteckt haben, wie kann man dort nur leben? Man konnte durchlaufen, aber ich hab mich dann nicht getraut, total eng und dunkel. War trotzdem sehr interessant!
An den Verkehr und die Hitze kann ich mich noch nicht gewöhnen, das gehört hier wohl einfach dazu, dass man aus der Dusche kommt, drei Schritte geht und dann denkt man müsse unbedingt wieder mal duschen.

Hinterlasse einen Kommentar, Geschrieben am 28. August 2007, Süd-Ost-Asien 2007, Vietnam

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